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BtM-Lagerung: was § 15 BtMG für die Aufbewahrung vorschreibt

Paragraf 15 BtMG verlangt zertifizierte Schraenke nach EN 1143-1. Welcher Widerstandsgrad fuer Apotheke, Station, Praxis und Lagerraum gilt und ab wann verankert werden muss.

Zuletzt geprüft am 20. August 2026 1 Minuten Lesezeit von Wolfgang Meyer, Geschäftsführung und Fachautor

Damit nur befugte Personen Zugriff auf Medikamente und Betäubungsmittel haben, ist deren Lagerung gesetzlich geregelt. Dieser Ratgeber ordnet die Anforderungen nach Einrichtung: Apotheke, Station, Praxis, Pflegeheim oder Großlager. Am Ende wissen Sie, welche Einstufung Ihr Schrank braucht und ab wann er verankert werden muss.

Drei Begriffe, die oft durcheinandergehenBtMG ist das Betäubungsmittelgesetz, also die Rechtsgrundlage. BtM sind die Betäubungsmittel selbst. BtM-Tresor ist der Schrank, in dem sie liegen. Eine eigene BtM-Norm für Tresore gibt es nicht: Geprüft wird nach EN 1143-1, die Vorschriften verweisen nur auf deren Widerstandsgrade.

In Österreich gilt statt des deutschen Betäubungsmittelgesetzes das Suchtmittelgesetz. Nach § 9 Absatz 1 haben alle zum Besitz von Suchtmitteln Berechtigten, die Krankenanstalten sowie alle weiteren Einrichtungen mit einem Arzneimitteldepot ihren Suchtmittelvorrat durch geeignete, den jeweiligen Umständen entsprechende Maßnahmen gegen unbefugte Entnahme zu sichern.

Wer braucht was

Die Anforderung an das Behältnis

Eine bestimmte technische Anforderung nennt das Gesetz nicht. Maßgeblich ist, dass die Maßnahme zu Art, Menge und Gefährdungsgrad des Vorrats passt. Suchtgifte sind zusätzlich gesondert aufzubewahren, also getrennt vom übrigen Arzneimittelbestand.

  • Rechtsgrundlage: § 9 Suchtmittelgesetz
  • Pflicht: Sicherung gegen unbefugte Entnahme durch geeignete, den Umständen entsprechende Maßnahmen
  • Zusätzlich: gesonderte Aufbewahrung, getrennt vom übrigen Arzneimittelbestand
  • Technische Vorgabe im Gesetz: keine, Maßstab sind Art, Menge und Gefährdungsgrad des Vorrats
Gut zu wissen

Warum sich ein geprüfter Schrank rechnet

Die Bezirksverwaltungsbehörde kann nach § 9 Absatz 2 Suchtmittelgesetz Sicherungsmaßnahmen mit Bescheid anordnen, wenn Umstände die Annahme rechtfertigen, dass ein Vorrat nicht ausreichend gesichert ist. Für Apotheken, Krankenanstalten, Arztpraxen und Einrichtungen mit Arzneimitteldepot empfehlen wir deshalb einen nach EN 1143-1 geprüften Wertschutzschrank. Er macht die Sicherung nachweisbar und entspricht der Ausführung, die in Deutschland für denselben Zweck vorgeschrieben ist.

Keine Stufe vorgeschrieben, dafür Sie in der BeweislastWeil das Gesetz keine Stufe nennt, entscheidet im Zweifel die Behörde, ob Ihre Sicherung ausreichend war. Ein Zertifikat nimmt Ihnen diese Diskussion ab.
Bauformen

Schrank, Einmauerschrank oder gesicherter Raum

BtM-Tresor mit Schubladen im Rezepturbereich einer Apotheke
In der Apotheke zählt neben der Einstufung vor allem der schnelle, dokumentierte Zugriff

Einmauerschränke sind eine gängige Bauform für kleinere Mengen, sie werden fachgerecht in eine geeignete Wand eingebaut. Passende Modelle finden Sie unter BtM-Tresore.

Gesicherter Lagerraum fuer Betaeubungsmittel, offene Tresortuer mit Riegelbolzen, Regale mit Medikamenten
Ab einer bestimmten Menge ersetzt der gesicherte Raum den Schrank

Für die Raumsicherung erhalten Sie bei Bremer Tresor Tresortüren mit Widerstandsgrad 3 nach EN 1143-1. Damit lassen sich Lagerräume fachgerecht ausstatten und für die Aufbewahrung von Betäubungsmitteln einrichten.

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Wolfgang Meyer
Wolfgang Meyer
Geschäftsführung und Fachautor

Wolfgang Meyer gehört zur Geschäftsführung von Bremer Tresor und ist seit über 30 Jahren in der Sicherheitsbranche tätig. Er schreibt über die gewerbliche Seite der Sicherheit, mit Schwerpunkt auf Banken, Büros, Einzelhandel und Autohäusern, also überall dort, wo Bargeld, Kundendaten und Schlüssel zugleich abgesichert werden müssen.

Häufige Fragen

Welcher Tresor ist für eine Apotheke vorgeschrieben?
Für öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken gilt Widerstandsgrad 1 oder höher nach EN 1143-1. Liegt das Eigengewicht unter 1.000 Kilogramm, muss der Schrank zusätzlich im Boden oder in der Wand verankert werden.
Was gilt auf Station und in der Arztpraxis?
Dort genügt Widerstandsgrad 0 oder höher. Die Verankerungspflicht greift hier schon unter 200 Kilogramm Eigengewicht. Einmauerschränke werden fachgerecht in eine geeignete Wand eingebaut.
Wann brauche ich einen gesicherten Raum statt eines Schranks?
Sobald größere Mengen zu lagern sind. Dann verlangt die BfArM-Richtlinie als Raumabschluss eine zertifizierte Wertschutzraumtür mit Widerstandsgrad 3 oder höher.
Wie müssen die Schlüssel verwahrt werden?
Über einen schriftlichen Verteilerplan. Die Berechtigten nehmen die Schlüssel grundsätzlich in persönlichen Gewahrsam, sie gehören nicht in eine Schublade im Stationszimmer.
Darf der Tagesbedarf griffbereit liegen?
Ja, aber nur der durchschnittliche Tagesbedarf einer Teileinheit und auch dann eingeschlossen, sodass ein schnelles Entwenden wesentlich erschwert wird.
Was bedeutet der Unterschied zwischen BtMG und BtM?
BtMG ist das Betäubungsmittelgesetz, also die Rechtsgrundlage. BtM sind die Betäubungsmittel selbst. Der Schrank heißt BtM-Tresor und wird nach EN 1143-1 geprüft, eine eigene BtM-Norm für Tresore gibt es nicht.