Waffenrecht

Waffenaufbewahrung: was das Gesetz verlangt

Paragraf 36 WaffG und zulaessige Schraenke: welche Pflichten bei der Aufbewahrung gelten, wie viele Waffen erlaubt sind und was die Normumstellung von 2017 geaendert hat.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 1 Minuten Lesezeit von Tim Herberger, Fachredaktion bei Bremer Tresor

Die Aufbewahrung von Waffen lässt sich auf eine einzige Pflicht zurückführen. Alles Weitere, also welcher Schrank, wie viele Waffen und welche Nachweise, folgt aus ihr.

Dieser Artikel ordnet die Rechtslage. Welche Schrankklasse Sie konkret brauchen, klärt der Ratgeber Waffenschrank-Klassen. Um die Erlaubnis selbst geht es unter Waffenbesitzkarte.

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Die Pflicht trifft Sie persönlichVerantwortlich für die sichere Aufbewahrung ist immer der Besitzer der Waffe, nicht der Händler und nicht der Hersteller. Deshalb lohnt es sich, die Anforderungen einmal genau zu kennen.

Die Waffenaufbewahrung in Österreich beruht auf einer Grundpflicht. Sie steht in § 15 Waffengesetz: Schusswaffen und Munition sind sicher zu verwahren, also in zumutbarer Weise vor unberechtigtem Zugriff zu schützen.

Zulässigkeit

Welcher Schrank ist erlaubt?

Eine technische Mindestanforderung nennt die Verordnung nicht. Weder eine bestimmte Prüfnorm noch ein Widerstandsgrad oder ein Mindestgewicht sind vorgeschrieben. Verlangt wird eine Ein- oder Aufbruchsicherheit, die zu Anzahl und Gefährlichkeit der Waffen passt. Die Auswahl liegt beim Besitzer.

Wir empfehlen ein Behältnis, das nach ÖNORM EN 14450 in Sicherheitsstufe S1 oder S2 oder nach ÖNORM EN 1143-1 in einem Widerstandsgrad geprüft ist. Welche Stufe passt, hängt von Anzahl, Art und Wert der Waffen ab. Wir empfehlen mindestens Sicherheitsstufe S2.

Eine Begrenzung der Stückzahl nach dem Gewicht des Schranks gibt es nicht. Ein getrenntes Munitionsfach ist nicht vorgeschrieben.

Einstufung

Worauf es bei Kategorie B ankommt

Bei genehmigungspflichtigen Waffen der Kategorie B prüft die Behörde die Verwahrung im Rahmen der Verlässlichkeit. Ein nach EN 1143-1 oder EN 14450 geprüftes Behältnis zeigt, dass die Einbruchsicherheit zu Ihren Waffen passt, und muss bei einer Kontrolle nicht nachgebessert werden.

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Keine Stufe vorgeschrieben, dafür Sie in der VerantwortungWeil keine Stufe genannt ist, liegt die Beurteilung bei Ihnen. Ein geprüftes Behältnis mit dem Zertifikat einer akkreditierten Prüfstelle macht die Erfüllung der Pflicht nachweisbar und nimmt Ihnen die Diskussion ab.
Gut zu wissen

Warum sich die richtige Ausführung rechnet

Bei mangelhafter Verwahrung kann die Behörde einschreiten, bis hin zum Entzug von Waffenbesitzkarte oder Waffenpass. Ein geprüftes Behältnis kostet einmal Geld und nimmt die Frage dauerhaft vom Tisch, weil die Erfüllung der Pflicht dann belegbar ist.

Tim Herberger
Tim Herberger
Fachredaktion bei Bremer Tresor

Tim Herberger schreibt die Ratgeber von Bremer Tresor. Er bereitet Normen, Vorschriften und Praxiswissen so auf, dass daraus eine klare Kaufentscheidung wird, und gleicht jeden Text mit unseren Fachleuten aus Beratung und Service ab.

Häufige Fragen

Welches Gesetz regelt die Waffenaufbewahrung?
Paragraf 36 WaffG, ausgeführt in den Paragrafen 13 und 14 AWaffV. Waffen sind so aufzubewahren, dass sie von anderen nicht entwendet oder missbraucht werden können. Alles Weitere folgt aus dieser einen Pflicht.
Wer ist für die Aufbewahrung verantwortlich?
Immer der Besitzer der Waffe, nicht der Händler und nicht der Hersteller. Die Behörde prüft die Aufbewahrung vor der Erteilung und kontrolliert sie in der Praxis auch später.
Darf Munition zusammen mit den Waffen liegen?
Ja, in einem zertifizierten Schrank unbegrenzt und zusammen mit den Waffen. Begrenzt ist ausschließlich die Zahl der Kurzwaffen, und das nur in Klasse N/0.
Ist mein alter Schrank nach VDMA 24992 noch zulässig?
Seit Juli 2017 sind nur noch Schränke nach EN 1143-1 rechtskonform. Ob und wie lange ein Bestandsschrank mit A- oder B-Plakette in Ihrem Fall weiter genutzt werden darf, entscheidet Ihre zuständige Waffenbehörde.